
"Grünfläche" sagt die Verwaltung. Der Ausschnitt aus dem Flächennutzungsplan 2030 der Stadt Aachen besagt etwas Anderes. Die Signatur für das Areal an der Hermann-Löns-Allee weist die Fläche an der Hermann-Löns-Allee eindeutig als "Parkplatz" aus. |
20. Februar 2026
Parkplatz Hangeweiher:
Fürs Parkhaus fehlt vermutlich das Geld
95 Millionen Euro "Miese" in der Kasse: Wenn man klamm ist wie die Stadt Aachen im Augenblick, bringen einen selbst zwei bis drei Millionen Euro für ein Parkdeck am Hangeweiher an die Grenze der Möglichkeiten.
So wird es an der Hermann-Löns-Allee wohl auf die von der Politik schon vor mehr als fünf Jahren einstimmig beschlossene "Minimallösung" hinauslaufen: Befestigung und Bewirtschaftung des Schotter-Platzes.
Beim Thema "Installation einer Beleuchtung" kamen im Mobilitätsausschuss am Donnerstag dagegen schon Bedenken auf. Die Sternwarte könnte von der Lichtquelle in unmittelbarer Nachbarschaft gar nicht so begeistert sein, warnte Dirk Zsagunn (Volt). Stichwort: "Lichtverschmutzung".
Sven Dohmen (CDU) hatte noch einmal den Antrag seiner Fraktion erläutert, stellte aber klar, dass die CDU am Hangeweiher "nicht das nächste Großprojekt aufmachen" wolle. Insofern sei es wünschenswert und sinnvoll, erst einmal eine Kostenschätzung für beide Varianten - Parkplatz oder Parkdeck - zu haben.
Das war ganz im Sinne von Baudezernentin Frauke Burgdorff, die prompt "Sparsamkeit" anmahnte.
(In Zahlen: Die Kosten für die Herrichtung der Fläche hatte die Verwaltung im September 2020 mit 8200 Euro angegeben, die jährlichen Unterhaltungskosten mit 1000 Euro. Dickster Brocken war die Beleuchtung, die in einem Kostenrahmen von 48.000 bis 71.000 Euro angesiedelt wurde.)
Dann wird es ein richtig großes "Projekt"
Erschwerend komme bei der Parkpalette der Faktor Zeit hinzu, denn bei der "großen" Lösung werde aus der Angelegenheit ein richtiges "Projekt". Da die Verwaltung nicht einfach ein Parkdeck bauen könne, brauche es dann einen Auftraggeber, einen Bauunternehmer und am Ende einen Betreiber, führte Frauke Burgdorff aus.
Eine Beeinträchtigung der in der Verwaltungsvorlage erwähnten Kaltluftschneise (Bild 2) sah Sven Dohmen (CDU) nicht. Im Gegenteil: Ein Stahlskelett-Bau, zumal nicht als Barriere sondern parallel zur Windrichtung entlang der Straße, setze der kalten Luft keinen nennenswerten Widerstand entgegen.
Ein begrüntes Dach habe zudem im Sommer einen kühlenderen Effekt auf die Luft als die Blechdächer der jetzt dort abgestellten Autos.
Wer auf das Bild unten schaut, erkennt: Das Parkhaus würde am Rande der Kaltluftschneise gebaut werden. Da stehen mitten im Luftstrom noch ganz andere Kaliber.
Unterstützung kam von seinem Fraktionskollegen Harald Baal (CDU): "Das schlimmste wäre jetzt, drauflos zu planen und am Ende festzustellen: Das geht nicht." Er schätzte bei der Parkdeck-Variante die Kosten auf 15.000 bis 30.000 Euro pro Parkplatz, am Ende also auf zwei bis drei Millionen Euro.
Caline Strack, als sachkundige Bürgerin für die SPD im Ausschuss, wies zudem darauf hin, Parkplätze für Behinderte nicht zu vergessen. Die würde man aber vielleicht besser unmitelbar vor dem neuen Kassenbereich anlegen. Mit dem Rollstuhl oder Rollator den Anstieg vom Parkplatz hinauf zum Kassenhäuschen zu bewältigen, ist auch kein Vergnügen.
Am kommenden Dienstag, 24. Februar, wird sich der Sportausschuss mit dem Antrag der CDU beschäftigen (17 Uhr, Sitzungssaal Haus Löwenstein).

Auf dem Kartenausschnitt oben markieren die blauen Schraffuren von Südwesten (links unten) nach Nordosten (rechts oben) den Verlauf dreier Kaltluftschneisen vom Aachener Wald in die Innenstadt. Alle drei folgen zunächst dem Verlauf von Bächen. Die erste (beim Schriftzug "Hanbruch") folgt dem Johannisbach. Eine zweite, kleinere zieht sich südlich der Lütticher Sttraße durch das Tal des Kannegießerbachs. Im Bereich des Hangeweiher-Parks vereinigt sie sich mit der dritten Kaltluft-Schneise, die unten in der Bildmitte beginnt und der Pau durch die Kaiser-Friedrich-Allee folgt. Die bereits vorhandenen Gebäude rechts vom Hangeweiher-Teich (Waldorf-Schule, Generali) dürften dabei wesentlich mehr Auswirkungen auf die Kaltluft-Strömung haben als ein künftiges parallel zur Windrichtung stehendes Stahlskelett-Parkhaus.

Frische Luft für Aachen kommt unter anderem aus dem Aachener Wald durch das Tal des Kannegießerbachs. Das Foto entstand vom Brüsseler Ring aus. Am rechten Bildrand sind die Häuser an der Lütticher Straße zu erkennen. // Archivfoto: Ulrich Simons
Was bisher geschah (oder auch nicht):
19.09.2020 "Geheimtipp am Hangeweiher wird Park-and-Ride-Parkplatz"
24.09.2020 "P+R am Hangeweiher nimmt die erste politische Hürde"
19.11.2020 "P+R am Hangeweiher: Zumindest das Schild hängt schon"
02.07.2021 "P+R am Hangeweiher: Verwaltung sieht kein Konfliktpotenzial"
17.10.2023 "Hangeweiher: P+R tritt auf der Stelle, die Müllkippe macht Fortschritte"
12.10.2024 Kommentiert "P+R am Hangeweiher: Beschlossen und verbummelt"
25.04.2025 "P+R Hermann-Löns-Allee: Künftig nur noch vier Stunden"
29.04.2025 "Hermann-Löns-Allee: Demnächst mit Schranke?"
10.07.2025 "CDU bringt Schwung in die Parkpalette am Hangeweiher"
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