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"Journalismus heißt, etwas zu drucken, von dem jemand will, dass es nicht gedruckt wird. Alles andere ist Public Relations."
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Ulrich Simons

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Redakteur (1987 bis 2019)
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Franziskusweg Gasleck

21. Februar 2024: Im Franziskusweg rückt die Firma Kutsch mit einem Saugbagger an und beginnt die Suche nach dem Gasleck unter dem Bürgersteig. Bis heute ist das Loch nicht wieder verschlossen. // Foto: Ulrich Simons

 

13. Mai 2024

Demnächst ein Straßenfest?
100 Tage Baugrube im Franziskusweg

Man könnte ein richtiges Straßenfest draus machen. Mit Hüpfburg, Biertischen, Würstchen, Kartoffelsalat, Bobbycar-Rennen und abends Straßen-Disco. Nur noch gut 14 Tage, dann feiert die unbemannte Baugrube im Bürgersteig schräg vor meiner Haustür Jubiläum: Am 31. Mai besteht sie seit genau 100 Tagen!

Im Herbst durchstreifte ein Mensch mit einem "Schnüffelstück" den Morillenhang und dessen Seitenstraßen. Lesern der "Werner"-Comics von Rötger "Brösel" Feldmann braucht man das Gerät nicht zu erklären, Meister Röhrich hantiert ständig damit.

In dem Comic erfüllt das Teil zwar eine andere Funktion, aber der Name passte so schön auf den Anwendungsfall vor unserer Haustür. Wahrscheinlich gibt es für den Sensor auch einen Fachbegriff, aber darunter kann sich dann keiner was vorstellen.

Der Mann war jedenfalls im Auftrag der Regionetz auf der Suche nach undichten Gasleitungen unter dem Gehwegpflaster. Eine sinnstiftende Tätigkeit. Auch im Franziskusweg wurde er fündig. Das war wie gesagt im Herbst.

Die Sache schien aber nicht sonderlich zu pressieren, denn es vergingen mehrere Monate, ehe die Regionetz Bewegung in die Angelegenheit brachte. Am 21. Februar fuhr die Firma Stolberger Firma Kutsch mit einem bombastischen Saugbagger im Franziskusweg vor und wühlte sich in die Tiefen des Bürgersteiges.

Männer in orangener Kleidung machten sich auf den Weg nach Mittelerde und verbrachten zwei Tage in der frisch ausgehobenen Grube. Irgendwann waren sie weg. Den Aushub hatten sie in zwei Containern mitgenommen.

 

Franziskusweg Baustelle

Preisverdächtig: Die Absicherung der Gehweg-Baustelle am 25. Februar war mustergültig und ließ keinerlei Wünsche offen. Nagelneue Baken, Warnleuchten - sogar an zwei gelbe Rampen hatten die Bauleute gedacht, um Rollstuhlfahrern, gehbehinderten Menschen oder Passanten mit Kinderwagen den Wechsel in die Fahrbahn und wieder zurück zu erleichtern. Ich war begeistert! // Foto: Ulrich Simons

 

Vier Tage später war das Loch zwar immer noch offen, aber es war perfekt umbaut und abgesichert. Sowas hatte ich noch nie gesehen: Nagelneue Baken, blitzeblank, tipptopp, gelbe Rampen an der Bordsteinkante, man hätte vom Boden essen können - eine Muster-Baustelle wie aus dem Katalog. Und abends mit Beleuchtung.

Auf die Idee, dass das Ganze kein Provisorium, sondern auf eine längere Verweildauer ausgelegt war, kam ich damals noch nicht.

So schön der Anblick auch war: Die Sache wurde sehr schnell zum Problem. Denn die Baugrube kostete die Anwohner drei äußerst praktische Pkw-Stellplätze vor ihrer Haustür.

Die Wege mit den Einkäufen nach Hause wurden zwangsläufig länger. Auch die Patienten der Praxisklinik in der Sanatoriumstraße, die gerne die Straßen im Wohnviertel als Dauerparkplatz in Anspruch nehmen, sahen sich plötzlich vor völlig neuen Herausforderungen.

 

"Lieferengpässe beim Material"

Die Tage gingen ins Land, der Frühling hielt Einzug - nur an der Baugrube wurde kein Mensch mehr gesehen. Zwei Monate später, am 25. April, fragte ich dann mal zaghaft bei der Regionetz nach, wie man sich den Abschluss der Baumaßnahme vorstelle.

Pressesprecherin Vanessa Grein teilte mir daraufhin am 29. April mit: "Im Franziskusweg gab es einen Gasschaden, den die Regionetz schon begonnen hat zu beheben. Leider gab es Lieferengpässe beim benötigten Material, so dass wir erst im Laufe der nächsten Woche die Maßnahme beenden können. Danach wird die Firma Kutsch mit der Verfüllung beginnen."

Das ist inzwischen auch schon wieder 14 Tage her. Passiert ist nichts, wenn man davon absieht, dass die Firma Kutsch zwei weitere Parkplätze mit Baken verstellt hat, um möglichst komfortabel an der Baugrube vorfahren zu können. Falls irgendwann doch nochmal jemand kommt.

Im Viertel macht bereits eine Frage die Runde:
"Kennen Sie den Unterschied zwischen dem Halley'schen Kometen und der Firma Kutsch?"
Antwort: "Da gibt es keinen. Beide kehren erst nach 75,3 Jahren wieder."

Auch vor dem Haus Nr. 11 in der unteren Sanatoriumstraße gibt es eine solche Endlos-Baustelle, ebenfalls ein Gasleck. Dort haben Anwohner ein Schild aufgehängt. Text: "Liebe Stadtverwaltung. Ist hier nur ein Loch, oder wird hier auch gearbeitet?!"

Die Antwort würde mich auch interessieren.

Nur der Vollständigkeit halber: Auch im Morillenhang war man bei der Suche nach Gas an zwei Stellen fündig geworden. Dort arbeitete die Firma Lube & Krings. Von den Löchern im Bürgersteig ist seit Wochen nichts mehr zu sehen ...

 

Baugrube Sanatoriumstrasse

Am Ende der Geduld. An der Baugrube in der unteren Sanatoriumstraße haben Anwohner ihrem Ärger mit einem Aushang Luft gemacht. // Foto: Ulrich Simons

 

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